1. Ausgangssituation in der PGS
In den letzten Schuljahren gab es Neuzugänge von Schülern und Schülerinnen, die mit ihren Eltern aus unterschiedlichen Staaten und aus unterschiedlichen Gründen in den Landkreis Northeim und Holzminden gezogen sind. Diese Kinder besuchen seitdem die Regelklassen, versuchen dem Unterricht zu folgen, was teils aber, aufgrund erheblicher Verständigungsprobleme nur bedingt bzw. kaum möglich ist. Daneben betreut eine Deutsch-als-Fremdsprache (DaF)-Fachlehrkraft die Schüler und Schülerinnen stundenweise und gibt erste Sprachkenntnisse mit auf den Weg. Da dies aber keineswegs ausreichend für eine optimale Integration und Gewährleistung der Chancengleichheit ist, soll es an der Paul-Gerhardt-Schule ab April des Schuljahres 2015/2016 eine Sprachlernklasse geben.

2. Ziele der Sprachlernklasse
Die Integration der jungen ausländischen Kinder in den „regulären“ Unterricht hat oberste Priorität. Da bei einigen Kindern davon auszugehen ist, dass die Alphabetisierung noch nicht abgeschlossen ist oder die lateinischen Buchstaben nicht erlernt wurden, müssen diese Kenntnisse des lateinischen Alphabets zügig erworben werden. Dies sind Grundvoraussetzungen für faire Bildungschancen im weiteren (Schul-)leben. Darüber hinaus soll ebenfalls ein Augenmerk auf die Integration außerhalb der Schule geworfen werden (z.B. durch Vernetzung mit örtlichen Vereinen und Einrichtungen, der Stadtbibliothek etc.). Die Sozialpädagoginnen der PGS werden zudem eine wichtige Anlaufstelle für die Klassenlehrer und Schüler und Schülerinnen der Sprachlernklasse sein. Der Unterricht in der Sprachlernklasse findet gemäß der „Rahmenrichtlinien Deutsch als Zweitsprache“ des Niedersächsischen Kultusministeriums und dem Erlass „Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ statt. Die Sprachlernklasse ist mehr als nur DaZ-Unterricht – sie ist eine zweite Heimat neben der Regelklasse und bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, andere Kinder und Jugendliche kennen zu lernen und in Deutschland Fuß zu fassen.

3. Organisation unserer Tätigkeit
Das Konzept ist so gestaltet, dass eine langfristige Förderung gewährleistet ist, die auch über die Förderung in den Sprachlernklassen hinausgeht. Der Sprachlernklasse von max. 16 Schülerinnen und Schülern sind 37 Wochenstunden à 40 Minuten zugedacht. Diese 37 Stunden können sich wie folgt aufteilen: bis zu 25 Stunden Sprachlernzeit pro Woche (Unterricht in der Sprachlernklasse) und 12 Stunden Unterricht in der Regelklasse. Wegen der besonderen Bedeutung der englischen Sprache nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Englischunterricht der Regelklassen teil, und lernen, wenn möglich, auch eine zweite Fremdsprache, z.B. Französisch, Latein oder Spanisch. Aber auch am Sport-, Kunst-, oder Profilunterricht nehmen die Schüler und Schülerinnen teil. In diesen Fächern nehmen sie auch an den Leistungsmessungen teil. Die Anzahl der Unterrichtsstunden in der Regelklasse wird je nach Lernfortschritt individuell gesteigert. Während der Zeit in der Sprachlernklasse erhalten die Schülerinnen und Schüler am Ende jedes Halbjahres einen Lernentwicklungsbericht aus der Sprachlernklasse sowie ein Zeugnis aus der Regelklasse, auf dem diejenigen Fächer benotet sind, an denen sie teilgenommen haben. Die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler wird im Sinne der durchgängigen Sprachbildung nicht nur im Deutschunterricht erweitert, sondern als Aufgabe jeden Unterrichts verstanden. Eine frühe Zuordnung in eine Regelklasse (bereits zu Beginn der Schulzeit) fördert die Teilintegration der Schüler und Schülerinnen. Nachdem grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache erworben sind, können die Schüler in die ihnen zugeteilte Regelklasse wechseln. Regulär soll dies etwa nach 12 Monaten möglich sein. Auf Antrag ist auch eine Verlängerung bzw. Verkürzung möglich.

4. Der Unterricht in der alters- und herkunftsheterogenen Lerngruppe
Zum einen werden die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit bekommen, eine binnendifferenzierte Förderung in Wort und Schrift in einer überschaubaren Lerngruppe zu erhalten. Der Sprach- und Wortschatzerwerb soll dabei in Alltagssituationen eingebettet werden, wobei der Bezug zur Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen ebenfalls berücksichtigt werden soll. Zudem sind sogenannte Praxisstunden angedacht, in denen die Schüler und Schülerinnen z.B. Führungen durch die Einbecker Stadtbibliothek bekommen oder auch an Sportveranstaltungen teilnehmen. Im Sprachunterricht wird gemeinsam in Projekten, Kleingruppen, Partner- und Einzelarbeit gearbeitet. Dabei wird jeder Schüler entsprechend seinen Möglichkeiten unterstützt, gefördert und begleitet. Die in der Sprachlernklasse dokumentierten Lernentwicklungen können für weitere Schullaufbahnentscheidungen beratend genutzt werden, sodass die Schüler ihre Schullaufbahn im fließenden Übergang erfolgreich fortsetzen können.

5. Aufnahme- und Beratungsgespräche
Nach Feststellung der deutschen Sprachkenntnisse im Rahmen des Aufnahmegesprächs und anhand geeigneter Unterlagen werden die Schülerinnen und Schüler einer Regelklasse zugeordnet, möglichst in dem Schuljahrgang, der ihrem Alter und bisherigen Schulbesuch entspricht. Zunächst nehmen sie allerdings vornehmlich am Unterricht der Sprachlernklasse teil, wobei das Ziel ist, sie immer mehr in ihre Regelklasse zu integrieren, sodass die Anbindung an möglichst Gleichaltrige aus dem Landkreis fortlaufend gelingen kann.
Teilweise wird der Unterricht im Team organisiert. Lehrkräfte mit DaF/DaZ-Zertifikaten werden unterstützt durch andere Lehrkräfte, Sozialpädagogen und pädagogische Mitarbeiterinnen. Ein wöchentlicher Austausch in einer Dienstbesprechung über Schwierigkeiten und Besonderheiten soll die kontinuierliche erfolgreiche Arbeit mit der Sprachlernklasse gewährleisten. Diese Kooperation beinhaltet auch eine intensive Elterneinbindung, die sich durch Aufnahme- und Entlassungsgespräche, Elternabende oder einem Hausbesuch in den Familien charakterisiert.

6. Kriterien für eine Aufnahme in der Sprachlernklasse
• Lernbereitschaft
• Allgemeine bis gute Auffassungsgabe
• Alter: zwischen 10 und 18
• Anstreben eines deutschen Bildungsabschlusses wie Sekundarabschluss oder Abitur
• Kein Aufnahmekriterium : Das Bekenntnis. Wir beschulen viele Kinder mit anderen Bekenntnissen, Konfessionen oder auch Konfessionslose. Wir verfolgen keinen Missionsgedanken.


Kontaktadresse:
Kathrin Muhs-Braun
Paul-Gerhardt-Straße 1-3
37586 Dassel
Tel: 05564-9608224 (Sekretariat: 05564-96080)
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Auch in diesem Schuljahr hatte der zehnte Jahrgang der Paul-Gerhardt-Schule Dassel die Möglichkeit sich im Rahmen eines Blockseminares mit Fragen zur Berufswahl auseinanderzusetzen. So beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Zukunft, aber auch mit ihrer Persönlichkeit. Es ging darum, der Antwort auf die Frage "Was mache ich nach der Schule?" einen Schritt näher zu kommen. Die gute Atmosphäre in der Jugendbildungsstätte Fürstenberg ermöglichte eine entspannte Bearbeitung der Materialien zu den Themen „Selbst- und Fremdeinschätzung“ sowie „persönliche Stärken und Schwächen“.

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Am Nachmittag unterstützten Mitarbeiter verschiedener Unternehmen aus dem Produktions- und Dienstleistungsbereich das PGS-Lehrerteam unter der Leitung von Oliver Sassin. In verschieden Gruppen wurden Bewerbungen, Bewerbungsgespräche und Eignungstests thematisiert und geübt. Anschließend gaben ehemalige Schüler der Paul-Gerhardt- Schule wertvolle Tipps für den Übergang von der Schule zum Studium bzw. in die Berufsausbildung.

Nach dem Seminar interviewten die Schüler Justin Stapel und Regina Reispich einige Mitschüler und baten sie um eine Rückmeldung bezüglich des Seminars.

So meinte Carla Skeries aus der 10c: „Mir hat die Runde mit den Ehemaligen sehr gefallen, da ich einen Einblick in die verschiedenen Wege nach dem Schulabschluss bekommen habe. Zudem hat mich der Eignungstest angesprochen. Ich habe erfahren, was bei einem Bewerbungsgespräch so auf mich zukommen würde. Von dem Tag habe ich mitgenommen, dass ich die verschiedenen Möglichkeiten nach dem Schulabschluss erkannt habe.“ Cedrik Suchy aus der 10b ergänzte: „Ich habe erfahren, was mich bei einem Bewerbungsgespräch erwarten wird oder wie dieses Gespräch ablaufen könnte. Auch gefallen hat mir das Gespräch mit den Ehemaligen (welche Wege man nach der Schule gehen kann und warum man den jeweiligen Weg einschlägt). Ich persönlich kannte meine Stärken und Schwächen schon, deswegen war der erste Teil eher für andere Schüler interessant.“ So stand für Jan Nölker aus der 10a die Selbsteinschätzung im Vordergrund: „Ich habe mich heute mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit ich nach Beendigung der Schulzeit bereit für das Berufsleben wäre.“

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