VR-Bank und Paul-Gerhardt-Schule besiegeln Zusammenarbeit als Schulbetrieb I Vertrag unterzeichnet

20150622 VR Bankt 1DasseI. Als Schulbetrieb geht nun die Paul-Gerhardt-Schule gemeinsam mit der VR- Bank Südniedersachsen an den Start. In dieser Woche feierten die neuen Kooperationspartner im Beisein von Schülern ihre Zusammenarbeit. Zusammengeführt wurden die Beiden durch die Bildungsregion Göttingen, die die» Lernpatenschaften auf Augenhöhe« stützt.
Schulen werden Schulbetrieb, um die Berufsweltorientierung zu verbessern und außerschulisches Expertenwissen in den Schulalltag zu integrieren. Betriebe werden Schulbetrieb, um die Akquise von interessiertem Nachwuchs frühzeitig zu beginnen und das Wirtschaftsverständnis von Jugendlichen zu fördern. Zusammengearbeitet haben die Paul-Gerhardt-Schule und die VR-Bank in Südniedersachsen schon länger, jetzt wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben. Wie Schulleiter Gerhard Wittkugel feststellte, sei das für die christlich ausgerichtete Schule ein Novum. Da aber Wirtschaft und Börse wesentliche Bestandteile des Lebens seien, müssten sie in den Unterrichtsalltag miteinbezogen werden. Denn die PG-Schüler sollen verstehen und mitgestalten. Die Schüler sollten zu Teilhabe und Mitverantwortung erzogen werden. Die Bank, so Wittkugel, bringe Know-how und wirtschaftliche Realität in die Schule. Der Erfolg der Schüler sei damit auch ein Erfolg der Kooperation.
Die VR-Bank mit ihren 270 Mitarbeitern habe »Hunger nach interessierten und talentierten jungen Talenten«, formulierte Vorstand Folkert Groeneveld. Die Genossenschaftsbank sei keine »Standardbank«: Die Kunden seien die Eigentümer. Diese »Basisdemokratie« führe dazu, dass man »nah am Menschen« sei, vertrat er  die Philosophie des Geldinstituts.
Dass auch Schüler daran mitgearbeitet haben, was im Kooperationsvertrag stehen soll, erklärte stellvertretend für die Schüler der Abiturient Matthias Zillmann. Das habe ihm gut gefallen. Unterschrieben wurde der Kooperationsvertrag jetzt durch Anna Wucherpfenning von der Bildungsregion Göttingen, Schulleiter Gerhard Wittkugel, Vorstand Folkert Groeneveld und Jörg Richert, Justitiar beim Landkreis
Northeim. Schule und Bank können als äußeres Zeichen der Zusammenarbeit ein entsprechendes Schild an ihren Häusern anbringen.
Dassels Bürgermeister Gerhard Melching freute sich über diese »sinnhafte« Kooperation. Zusammengekommen seien zwei Partner, die vorausschauend agierten, stellte er fest. Und zwischen Schule und Wirtschaft sei die Bildungsregion Göttingen ein wichtiges Bindeglied.
Im Herbst 2009 gestartet, wurden bisher mehr als 30 Lernpartnerschaften angebahnt. Für Musik bei der Feierstunde sorgte der Gitarrist Jan Stahlmann.
Dass die Zusammenarbeit engmaschig sei, stellte Lehrer Manfred Braun, der zusammen mit seinem Kollegen Oliver Sassin für die Berufsorientierung an der PGS zuständig ist, heraus. Zeichen dafür ist sicherlich auch das Börsenspiel. Das VR- Börsenspiel bietet auch Schülern die Möglichkeit, marktwirtschaftliche Zusammenhänge spielerisch kennen zu lernen und zu verstehen. Dabei werden alle Abläufe des Börsengeschäfts realitätsnah simuliert. Und dabei waren die PG-Schüler extrem erfolgreich, konnte Peter Koch, Leiter Privatkundenbank, feststellen. Die» Lehmann Brothers« mit David Löwens, Niklas Klemm. Cornelius Blume, Marvin Schütte und Yannick Hoffmann belegten bundesweit den ersten Platz. Ihr fiktives Startkapital von 50.000 Euro konnten sie um fast 16.000 Euro steigern Mit Freude hatte Koch gesehen, wie die Schüler an die Sache rangegangen sind. »Das habt ihr klasse gemacht«, lobte er.
Bundesweit den zweiten Platz belegte die Gruppe »Synchro« mit Samuel Henjes, Linus Weilbacher, Michael Grothe und Jonathan Breuker. Bundesweit auf dem dritten Platz landete »Lennard 2107« mit Lennard Pach, Vivienne Althausse, Sören Reinfeld, Madlen Tolle und Luca Torno. Diese drei Gruppen wurden von der VR- Bank mit Geldpreisen und Urkunden bedacht und werden nach Frankfurt eingeladen. Platz vier (schulintern) ging an »Leon N.« mit Leon Niemann, Joshua Hillebrecht, Michael Feindt und Felix Kuhlmann, Platz fünf an die »Gipfelstürmer « mit Jana Take, Ronja Hildebrandt, Ronja Wehmeyer, Annemarie Keller und Elisa Auditor.
Wie Koch erklärte wurden 887 Unternehmen gehandelt, vor allem Apple, Daimler, VW, BMW und Samsung. Das Volumen lag bei 37 Millionen Euro, es gab 23 Millionen Käufe und 16 Millionen Verkäufe. Dass das Börsengeschäft nicht einfach ist, wurde ebenfalls deutlich: Eine Gruppe fuhr leider Verluste in Höhe von 14.000 Euro ein. Sts

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Einbecker Morgenpost
20./21. Juni 2015
Fotos:Stöckemann