Neues pädagogisches Konzept und neuer Rhythmus an der PGS

Schülerinnen und Schüler sollen gut und möglichst gerne in unserer Schule lernen können. Individuelle Lernwege und Lerntempi sollen möglich sein, die natürliche Neugier und die Lust, etwas geistig zu durchdringen und zu erfassen, soll möglichst wenig "abgewürgt" werden durch Lernen im Gleichschritt oder Lernen im Akkord. Dazu wurden einige Reformen eingeführt.

 

1.    Neue Stunden des individuellen und selbstorganiserten Lernens
Ziel: Mehr Eigenverantwortung und mehr Lernengagement der Schüler

Jeweils 80 Minuten pro Woche haben alle Klassen der Sekundarstufe I eine „SOL-Stunde“ (SelbstOrganisiertes Lernen) und eine IL-Stunde (Individuelle Lernzeit).

SOL-Stunden: Mit vorbereitetem Planarbeitsmaterial erarbeiten die Schüler allein und in Gruppen ca. 6 Wochen lang ein Lernfeld in ihrem eigenen Lerntempo. Am Ende stehen immer eine Rückmeldung zu der Planarbeit und eine Einschätzung des eigenen Lernfortschritts. Beispiele für Planarbeiten: „Kräfte und Reibung“ in der Physik, „Märchen“ in Deutsch oder „Fußball und Religion“. Alle Fächer sind über die Jahre vertreten.

Individuelle Lernzeit: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten und üben an den Themen, die für sie wichtig sind, weil sie z.B. ein Defizit empfinden oder sich auf eine Klausur vorbereiten wollen. Die Mitschüler können um Rat gefragt, Referate gemeinsam vorbereitet und auch Hausaufgaben erledigt werden.

 

2.    Weniger Fächer pro Tag, weniger Fächer pro Woche
Ziel: mehr Ruhe und Konzentration beim Lernen

Eine normale Unterrichtseinheit dauert 80 Minuten. Diese Einteilung sorgt dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sich nicht alle 45 Minuten auf ein neues Thema einstellen müssen, sondern länger und intensiver an einem Fach arbeiten können. 90 Minuten – also eine Doppelstunde – überfordern oft die Konzentrationsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Einige Einheiten dauern nur 40 Minuten, diese sind für Fächer gedacht, in denen aus lerntheoretischen Gründen häufiges Trainieren wünschenswert ist, z.B. Fremdsprachen.
Die Verteilung der Fächer auf die Halbjahre und auch Schuljahre wurde geändert. Zweistündige Kurzfächer werden so geblockt, dass sie zeitweise genauso große Stundenanteile wie Hauptfächer haben.  


3.    Klassenstunde in allen Jahrgängen
Ziel: Zeit für soziales Lernen nicht nur im Krisenfall

Jede Klasse hat in jeder Woche 40 Minuten Verfügungszeit, um alles zu besprechen und zu bearbeiten, was das gemeinsame Leben in der Schule betrifft: Konflikte, Regeln des Umgangs miteinander und auch gemeinsame Vorhaben. Da keine Unterrichtszeit des Klassenlehrers „auf dem Spiel“ steht, ist die nötige Ruhe für Sozialtrainings und intensive Gespräche gegeben.

 

4.    Reformen gemeinsam planen und beschließen – der Prozess an der PGS
  Ziel: Akzeptanz und gemeinsame Unterstützung der Neuerungen

Alle Lehrkräfte haben 2010 in Gruppen in interessanten Schulen Deutschlands hospitiert. Jede Lehrperson hat so eine andere Schule besucht und geschaut, was für uns zur Anregung oder zum Vorbild werden kann. Auf einer zweitägigen Meilensteinkonferenz mit Eltern und Schülern im März 2010 haben wir dann zunächst herausgearbeitet, in welchen Bereichen die PGS besonders gut aufgestellt ist, was wir nicht ändern wollen. Dann wurde in mehreren Arbeitsgruppen an Projekten für die Zukunft der Schule gearbeitet. Die daraus jetzt folgenden Änderungen wurden in den folgenden Monaten in Arbeitsgruppen (wieder mit Eltern und Schülern) erarbeitet und schließlich mit großer Mehrheit im Schulvorstand beschlossen.
Also: Keine Reform von oben, sondern selbst entwickelt und gewollt.

 

5.    Evaluation und Weiterarbeit
Ziel: Als Schule immer aufs Neue die richtige Schule für die Schüler von heute sein.

Die PGS befindet sich in einem fortlaufenden Prozess der Evaluation. Seit 2005 führt die PGS als eigenverantwortliche Schule die vom Land Niedersachen initierte Selbstevaluation der Schulen in einem Qualitätsvergleich (SEIS) durch. Darüberhinaus ist jede Lehrkraft verpflichtet seinen Unterricht durch eine anonyme  Befragung in zwei Lerngruppe auszuwerten.

Es wird immer wieder geschaut und gefragt, was gut läuft und wo es Schwächen gibt, wo also etwas geändert werden sollte.
So werden auch die Neuerungen intensiv untersucht und sicherlich in mehreren Schritten überarbeitet.