Dassel. Brigitte Bittermann, 54, wurde zum Schuljahresschluss mit einem Gottesdienst aus ihrem Amt als Schulpastorin an der Paul Gerhardt Schule verabschiedet. Sie verlässt nach zehn Jahren Dienst das kirchliche Gymnasium Dassel und wird Gemeindepastorin in der St.Paulus-Gemeinde in Buchholz bei Hamburg.
»Pastorin Bittermann hat sehr gute Arbeit in der PGS Dassel geleistet«, so Superintendent Heinz Behrends, »sie hat Religion unterrichtet, war als Seelsorgerin für die Schülerinnen und Schüler allezeit da und hat sie angeleitet, selbst verantwortet gute Andachten und Gottesdienste zu gestalten«.
»Das waren zehn Jahre gutes und sinnvolles Arbeitsleben«, sagt Pastorin Bittermann über ihren Dienst in Dassel, »als Abschiedslied habe ich mir gewünscht: Gracias a la Vida - Ich danke dem Leben«.
Pastorin Bittermann war nach ihrer Ausbildung ab 1989 Pastorin in Bühle, nach der Elternzeit nahm sie 2003 als Schulpastorin ihren Dienst in Dassel
auf. Sie wechselt aus persönlichen Gründen ihre Stelle.

Einbecker Morgenpost
06. Juli 2013
Ispd

 

 

20130628 TalfahrtDie Schüler der Paul-Gerhardt Schule in Dassel haben sich ein interessantes Thema für ihr Theaterstück ausgesucht: Alles sollte sich um das Thema »Fahrstuhl« drehen. Was dabei heraus kam, ließ sich sehen: ein Drama um eine Familie, wie sie alltäglicher nicht sein kann. Der Vater, Inhaber der Fahrstuhlfirma »Hoch hinaus«, (Lena Schmidt), ist beruflich stark eingebunden. Seine Frau Marion Hoffmann (Annika Tietze) sowie die Töchter Mia und Jule (prima gespielt von Maike Petrik und Henrike Herbst) fühlen sich vernachlässigt. Die zu nehmenden Konflikte mit der pubertierenden Mia überfordern die Familie. Die Mutter sucht Hilfe bei der Vereinigung der »Kosmologen«. Sie nimmt zunächst telefonisch Kontakt auf, um dann persönlich vorstellig zu werden. Etwas seltsam und sehr skurril bahnt sich eine Beziehung zu einem »Kosmologen« an (hervorragend auf die Bühne gebracht von Hannah Meyer), die Verwicklungen werden immer dichter. Als die Sekretärin des Vaters, Frau Piccolei, (überzeugend dargestellt von Victoria Schreiber), ins Spiel kommt, spitzt sich die Handlung zu: Sie gibt der kleinen Jule eine Tablette mit dem Hinweis, dass dieses eine »Wünsch-dir-was-Perle« sei, die Jule der Mutter heimlich zum Trinken reichen solle. Dann würde die Mutter von ihr, Jule, träumen, und am nächsten Tag mit ihr spielen. Jule tut, was ihr der »Kosmologe« sagt. Während die Mutter sich müde nach Einnahme der Tablette aufs Sofa legt, betritt der »Kosmologe« das Büro des Vaters und fordert mit gezogener Pistole die Übernahme der Firma. Dann geht alles ganz schnell: Die Waffe wird vom Vater aus der Hand geschlagen, Jule greift sie sich und zielt auf den »Kosmologen«. Dieser bricht getroffen zusammen. Erst zu diesem Zeitpunkt wird klar, dass Frau Piccolei mit ihm unter einer Decke steckt. Sie fordert Hilfe an, Sanitäter eilen auf die Bühne, Vater und Mia wollen schnell zur Mutter, die aber bereits vom Sanitäter (Maximilian Grube) begleitet in Gewahrsam genommen wird. Der verhörende Kommissar empfängt beide mit dem Hinweis, dass sie von »unseren Leuten« gut betreut werde. Schließlich wird der »Kosmologe«, der den Schusswechsel doch überlebt hat, im Rollstuhl mit Jule an der Hand unter Schutz von Bodyguards (Falk Graubner und Jonas Lühmann) durch den Mittelgang geschoben. Die Verschwörung aller Beteiligten ist klar. Mia und der Vater sacken in sich zusammen, Frau Piccolei bestätigt, dass dieses die angekündigte Rache für Entbehrungen und Liebesentzug in ihrer Kindheit sei. Ein spannendes und packendes Stück haben die Schüler da auf die Bühne gebracht. Gekonnt auch die Rahmenhandlung, die durch ein Verhör des Kommissars (Lehrer Jörg Meincke) dargestellt wurde. Bereichert wurde diese Theateraufführung durch eigens für das Stück geschriebene Lieder von Jan Stahlmann (Gesang und Gitarre) und Licht- und Tontechnik, ausgeführt von Tom Astein und Felix Bannig. Man darf gespannt sein auf die nächste Aufführung im kommenden Schuljahr durch die Theater AG unter der Leitung der Lehrerinnen Manuela Angerstein und Anke Wurmstädt.

Einbecker Morgenpost
28. Juni 2013

Foto: O. Philipp

 

 

20130626 Rote-Karte-gegen-Rechts Mit einem Theaterstück thematisieren PG-Schüler das Thema Rechtsextremismus
Jan Dorfschmidt und Karl-Heinz Emter, der in einem Aussteigerprogramm in Braunschweig arbeitet, diskutierten mit den Schülern.

Aktionstag gegen Rechtsextremismus an der Paul-Gerhardt-Schule
Dassel (sts). Die Idee kam von den Schülern  - Schulleiter Gerhard Wittkugel von der Paul-Gerhardt-Schule freute sich, dass sie einen Aktionstag gegen Rechtsextremismus organisiert hatten. Er dankte vor allem Jan Dorfschmidt und Hauke Hornbostel. Die Schule engagiert sich seit Jahren in dem europäischen Netzwerk »Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage« und stand der Idee der Schüler offen gegenüber.

Angebote gab es für die siebte bis zehnte Jahrgangsstufe. Selbst geschrieben und inszeniert hatten Schüler das Theaterstück »Mit der Räuberleiter aus dem braunen Sumpf – Ausstieg aus der rechten Szene«. Dabei ging es um die braune Verführung, um »unerwünschte Ausländer« und um Verallgemeinerungen: Justin lässt sich verführen, bindet sich an die falschen Freunde, begeht eine Körperverletzung an seinem ausländischen Mitschüler. Am Ende muss er ins Jugendgefängnis, und ihm wird sein falsches Verhalten klar. An die Zuschauer appelliert er deshalb, ihren eigenen Kopf zu benutzten, sich zu informieren und Kritik zu üben.

Die Theaterszenen bildeten den Einstieg in die Diskussion mit Gastreferent Karl-Heinz Emter von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt in Braunschweig. Rechtsextreme Einstellungen gebe es nicht nur am Rand der Gesellschaft, stellte er heraus. Von »Popelbremse und Seitenscheitel« seien die Rechten heute weit entfernt. Man finde sie in jeder Jugendszene – als Hipp-Hopper oder als Sprayer. Dass in der Jugendszene »Neoliberale, die ihr Land lieben« vorkommen, erklärte auch Dorfschmidt.

Gerade Jugendliche suchten nach Orientierung. Und die Rechten böten Lösungen an, die das Leben einfach machten. Schnell könne man in die rechte Szene abrutschen, und ihr wieder zu entkommen sei schwer. Emter riet den Schülern, alles zu hinterfragen: »Solange wir Fragen stellen, hat der braune Sumpf es schwer.« Emter forderte aber auch dazu auf, Aussteigern eine zweite Chance zu geben.

Parallel wurde für die siebte Jahrgangsstufe ein Antirassismus-Training angeboten. Für die Lehrer gab es Buchtipps. Silke Doepner, Koordinatorin des Lokalen Aktionsplanes im Landkreis Northeim  freute sich über das Engagement der Schüler. Ein Video vom Aktionstag gegen Rechtsextremismus findet man unter www.landkreis-northeim.de.

Einbecker Morgenpost
Fotos: Stöckemann
26. Juni 2013

weitere Fotos: O. Philipp

 

 

20130528 Hannover 077 20130528 Hannover 070

Vor kurzem hatten Schüler des zehnten und elften Jahrganges der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel die Möglichkeit, freiwillig an der »Vocatium«- Studienmesse in Hannover teilzunehmen. In einem von Lehrer Braun organisierten Vorbereitungstreffen wurden ihnen die zahlreichen Aussteller vorgestellt, die in Hannover vertreten sein würden, darunter Hochschulen, Unternehmen und andere Organisationen. Für Einzelgespräche durften maximal vier Termine angemeldet werden. So fuhren die Schüler früh morgens zusammen mit den betreuenden Lehrern Braun, Schomburg und Spiegel mit dem Bus zum Messegelände in Hannover. Anschließend war Zeit, die Termine wahrzunehmen, sich an den Ständen der Aussteller zu erkundigen und in spontanen Gesprächen Wissenswertes für die künftige Berufs- oder Studienplanung in Erfahrung zu bringen. Leider waren nicht alle Gesprächstermine zustande gekommen, bedauern Anica Lampe und Lucie Gierke. Es wurden aber rund um die Uhr verschiedene Vorträge von Unternehmen oder Hochschulen angeboten, die sich beispielsweise um das »Studieren allgemein« oder um die »Traumausbildung« drehten. Bei den terminlich festgelegten Einzelgesprächen gingen die verschiedenen Aussteller persönlich auf die Schüler ein, beantworteten ihre Fragen und erzählten von ihrem Unternehmen oder ihrer Hochschule. Die Messe in Hannover war sehr aufschlussreich und informativ für die PGS-Schüler, für einige bot sich sogar die Chance, sich bereits bei einem oder mehreren von ihnen ausgewählten Unternehmen zu bewerben, erklärten die Schüler weiter. Ob man schon eine genaue Vorstellung seines späteren Weges hatte oder nicht, Anregungen und neue Ideen konnte bei dieser Fahrt jeder sammeln. »Uns hat die Messe sehr gefallen. Wir empfehlen jedem, sie das nächste Mal in Hannover zu besuchen und sich persönlich zu informieren.«

Einbecker Morgenpost
28. Mai 2013

 

 

 20130514 Schulschafe
 In Dassel wurden an der Paul-Gerhardt-Schule eigene Schafe angeschafft.

Paul-Gerhardt-Schule in Dassel bekommt Schulschafe

Dassel (nn). „Mäh“ schreit es laut von der saftig grünen Wiese, als dort neugierige Schüler die Neuankömmlinge begrüßen. Die beiden Muttertiere, Josta und Hermine, mit ihren Zwillingen sind Schafe und neuerdings Pflegetiere an der Paul- Gerhardt-Schule in Dassel. „Ziel war und ist es, den Kindern lebendigen Kontakt mit Nutztieren zu ermöglichen“, erzählt Schulleiter Gerhard Wittkugel. „Die Schüler sollen nicht nur lernen, dass die Milch nicht nur aus dem Supermarkt kommt, sondern auch Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt übernehmen.“
Die Idee, Schulschafe anzuschaffen, entstand vor zwei Jahren. Danach begann eine lange Zeit der Planung und der Überlegungen bezüglich der Wiese, des Unterstandes und der organisatorischen Möglichkeiten. Sogar ein Schafteam, bestehend aus zwei Lehrerinnen, Ulrike Schwartz und Maike 20130514 Schulschafe 1Hennecke, dem Hausmeister Herr Hettling sowie zwei AG- Leiterinnen, wurde ins Leben gerufen. Die Pflege für die Schafe soll aber langfristig in Schülerhand übergehen, sodass die Erwachsenen nur noch Ansprechpartner bei Problemen sind. „Schafe gehören zu meinen Lieblingstieren. Und ich finde es toll, dass wir uns darum kümmern können - noch dazu in der Schule“, freut sich Miriam Kirsch. Die Schülerin der Klasse 5c kann gemeinsam mit den Schülern ihrer Jahrgangsstufe sowie den Schülern des sechsten Jahrgangs die Pflege der Tiere übernehmen. „Die Pflege der Schafe ist frei willig, aber das Interesse ist so groß, dass es den Tieren sicher sehr gut bei uns gehen wird“, erzählt die Lehrerin Maike Hennecke.
Bereitgestellt wurden die Schafe von Herrn Borgelt. Der Leineschafzüchter aus Verliehausen steht der Schule auch weiterhin als Berater und Partner zur Seite. Im Winter gehen die Schafe dann zurück in ihr Winterquartier.
Bei Hermine, Josta und ihren Zwillingen handelt es sich um Leineschafe. Diese gehören zu einer bedrohten, alten Haustierrasse, passend zur Grundhaltung der Paul-Gerhardt-Schule als Umweltschule. Da die Zwillinge bis jetzt noch namenlos sind, beginnt nun ein großer Wettbewerb um die Vergabe der Vornamen für die kleinen Schaf-Damen, die nur mit „H“ und „J“ beginnen dürfen.

 

Täglicher Anzeiger Holzminden
14. Mai 2013

Fotos: O. Philipp

 

 

20130513 Abgeordnete fr vier TageEnde April fand das Planspiel der SPD-Bundestagsfraktion »Zukunftsdialog« in Berlin mit 150 Jugendlichen statt. In Wilhelm Priesmeiers SPD-Bundestagsabgeordneten-Rolle schlüpfte dieses Mal die 16-jährige Sophie Aghte aus Dassel. Bei einem Treffen zuvor lernte der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine »Vertreterin« kennen und traf die Gymnasiastin der Paul-Gerhardt-Schule Dassel auch während des Planspiels in Berlin. »Die SPD Bundestagsfraktion setzt mit dem Planspiel auf die Beteiligungsform Jüngerer, um einen neuen und modernen Dialog zwischen Jugend und Politik zu starten. Das Planspiel Zukunftsdialog 2013 ist eine realistische, viertägige Simulation der Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion, und es war interessant zu sehen, wie die Jugend die Fragen der modernen Gesellschaft beantwortet«, erklärte Wilhelm Priesmeier anschließend. Sophie Aghte war bei dem Planspiel Mitglied der Planspielfraktion der SPD. »Dort war ich im Ausschuss >Strategien gegen Rechtsextremismus<. Gemeinsam haben wir einen Antrag erarbeitet, in dem festgestellt wird, dass die Aufklärung gegen den Rechtsextremismus stärker gefördert werden sollte«, berichtet die Gymnasiastin aus Dassel. Dafür haben sie einige Vorschläge sowohl zur praktischen Umsetzung als auch zur Finanzierung erarbeitet: Ein Beispiel dafür sei die Einführung einer Landeszentrale für politische Bildung in jedem Bundesland, berichtet Sophie weiter. »Die Anträge, die wir geschrieben haben, wurden in einer abschließenden Fraktionssitzung abgestimmt. Zudem werden die Anträge, die wir erarbeitet haben, auch den 'echten' Landesregierungen vorgestellt«, erklärt die 16-Jährige, die mit den Teilnehmern viel Spaß gehabt habe. »Wir haben uns alle gut verstanden und nicht nur im Bundestag, sondern auch außerhalb über viele politische Themen diskutiert. Das Treffen mit Wilhelm fand ich auch gut, da ich einfach einmal sehen konnte, wie er im Bundestag arbeitet«, sagte Sophie. Sie kann das Planspiel allen Jugendlichen weiterempfehlen, da es großen Spaß gemacht und auch ihre politische Bildung sehr gefördert habe. »Der große Bonus des Planspiels ist, dass das Ganze einem nicht von Lehrern, sondern von Gleichaltrigen beigebracht wird«, zieht Sophie ihr Fazit zum Zukunftsdialog 2013.

Einbecker Morgenpost
13. Mai 2013

 

 

20130511 Ruderkurs»Alles vorwärts - los! «, unter diesem Motto gingen 13 Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs der Dasseler Paul-Gerhardt-Schule auf »große Fahrt«. Bereits zum 31. Mal bot die Schule einen Ruderkurs an. Unter der Leitung von Uta Möllers und H. Stern ging es zum Ruderhaus der Uni Göttingen nach Wilhelmshausen-Fuldatal. Eine Woche voller neuer Erfahrungen und theoretischer und praktischer Wissensvermittlung wartete auf die Schüler, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. Vor Ort gab es eine kurze Einweisung im Bootshaus, dann ging es in die Boote. Die Ausbildung begann in Gig-Vierern, in den Gig-Zweiern lernten die Teilnehmer das Steuern von Ruderbooten. Die größte Herausforderung stellte das Fahren im Skiff dar. Die Namen der Boote - »Kleiner Satan«, »Purzel« oder »Plumps« - wurden zum Programm, und die Schüler erlebten leidvolle Begegnungen mit dem Wasser. Dank des guten Wetters und einiger Neoprenanzüge wurde ihnen jedoch nicht kalt. Im Lauf der Woche mussten sie die erlernten Fähigkeiten in einigen Prüfungen nachweisen. So standen eine Stilprüfung im Vierer, eine Steuermannprüfung im Zweier und die anspruchsvolle Zeitfahrprüfung im Skiff an. Die Abende verbrachte die Gruppe zusammen im Gemeinschaftsraum bei selbstgekochten Gerichten und ließ die Tage entspannt ausklingen, der Ausgleich zum anstrengenden Rudern. »Trotz Muskelkater und Sonnenbrand können wir sagen, dass es eine rundum gelungene Ruderwoche war, die sicherlich noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird«, fassen Nicolas Schmidt, Jaqueline Heinemann, Roberta Müller und
Paul Grotenburg zusammen.

Einbecker Morgenpost
11./12. Mai 2013

 

 

 20130508 Schafe Eule 1
Alles ist vorbereitet, jetzt können die Schafe kommen. Leineschaf-Züchter Werner Borgelt bei der Ankunft mit den drei- und vierjährigen Muttertieren Josta und Hermine und ihrem im März geborenen, noch namenlosen Nachwuchs.

PGS in Dassel startet Schaf-Projekt I Arbeitsgemeinschafen erhalten Mutterschafe mit Nachwuchs

DASSEL (con) - Mit zwei kerngesunden Mutterschafen und ihren vier quirligen, erst wenige Wochen alten Lämmern ist an der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel am Montag ein Öko-Projekt mit dem vom Aussterben bedrohten Leineschaf gestartet.
Wir beobachten, dass Schüler heute zu Nutztieren kaum eine Beziehung haben", das gipfele in der Aussage, die Milch komme aus dem Supermarkt…, begründete Schulleiter Gerhard Wittkugel das erste Schaf-Projekt auf dem Schulgelände, für das in den kommenden Jahren die Schüler die alleinige Verantwortung übernehmen sollen. Über Haltung, Fütterung und Krankheiten haben sich zwei Arbeitsgemeinschaften aus den Jahrgängen fünf und sechs mit ihren Lehrerinnen Ulrike Schwartz und Maike Hennecke schlau 20130508 Schafe Eule 2gemacht; ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht der 51-jährige Nebenerwerbslandwirt und Züchter Werner Borgelt aus Verliehausen. Aus seiner Herde von 50 Mutterschafen – allesamt Leineschafe und damit eine alte und gefährdete Haustierrasse - hat er die Tiere für das Projekt in Dassel zur Verfügung gestellt. Sie werden zunächst bis zu den Sommerferien auf dem 50 mal 70 Meter großen Gelände unterhalb des Paulinums bleiben, dann nach Verliehausen gebracht, um anschließend bis zum Beginn der kalten Jahreszeit wieder von den Schülern in Dassel gehegt und gepflegt zu werden. Umringt von den zehn- bis zwölf jährigen Jungen und Mädchen aus den beiden Schaf-Arbeitsgemeinschaften wurden die beiden Muttertiere mit ihren Zwillingen vom Transporter geholt: Am Vortag hatte Borgelt den Tieren noch die Klauen beschnitten, sie einige Tage zuvor immer mal zwei Stunden "angeweidet", damit sie den Futterwechsel vom Stall auf die voll mit Löwenzahn stehende grüne Wiese gut überstehen. Auch Wurmkuren sind unerlässlich für die Tiergesundheit, deshalb demonstrierte der Verliehäuser den Kindern gleich, wie die am besten verabreicht werden. PGS-Hausmeister Olaf Hettling hatte mit Unterstützung der Schüler das Gelände mit einem übermannshohen, auch "wolfssicheren", wie Borgelt lobend hervorhob, Wildgatter aus dem Solling eingezäunt, einen Unterstand gebaut und für eine ordentliche Tränke gesorgt. „Ihr habt Euch mächtig ins Zeug gelegt“, lobte der Landwirt. Seine Tiere würden sich hier sicher wohl fühlen. Das Schaf-Projekt soll, wenn es gut funktioniert, zur Dauereinrichtung an der PGS werden. Die Betreuer gehen davon aus, dass sich aus den Arbeitsgemeinschaften ein harter Kern von zehn Kindern heraus kristallisiert, der mit den Jahren später auch die Anleitung jüngerer Schüler bei der Schafhaltung übernehmen wird.

Die Eule
Fotos: Sürie
08. Mai 2013

 

 

 

Werner Borgelt aus Verliehausen stellt zwei Muttertiere samt vier Töchtern zur Verfügung/ Schaf-AGs haben Weide hergerichtet

 »Oh, sind die süß« - voller Begeisterung begrüßten jetzt die Schüler des fünften und sechsten Jahrgangs der Paul-Gerhardt-Schule Dassel (PGS) ihre neuen »Haustiere«: die Leineschafe Josta und Hermine mit ihren je zwei Töchtern haben eine neue Heimat auf dem Schulgelände
gefunden.

 

Foto: 2
Werner Borgelt entwurmte die Lämmer, bevor sie auf die Weide gelassen wurden.

 20130508 Schafe EM 1

Dassel (sts). Das 70 mal 50 Meter große Areal nahe dem Schulparkplatz wurde von Hausmeister Olaf Hettling mit einem Wildgatter eingezäunt, vorbereitende Arbeiten übernahmen auch die 30 Schüler der zwei Schaf-AGs unter der Leitung von Ulrike Schwartz und Maike Hennecke. Ein Unterstand schützt die Schafe vor Sonne, Wasser steht bereit. Die Schüler haben am Zaun Hinweisschilder angebracht, dass die Tiere bitte nicht gefüttert werden sollen.
Bevor die Schafe an der Paul-Gerhardt-Schule einziehen konnten, stand eine Menge Recherche-Arbeit an, berichtet Schulleiter Gerhard Wittkugel. Seit Jahren beschäftige man sich mit dem Gedanken der Schafhaltung - in dem Bewusstsein, dass die Schüler immer weniger Beziehungen zu Haus- und Nutztieren haben. Die anderen Ökologie-Projekte der PGS, beispielsweise im Insekten- oder Fledermausschutz werden um die Schafhaltung ergänzt.
Partner der Aktion ist der Nebenerwerbslandwirt Werner Borgelt aus Verliehausen. Er stellte die Leineschafe Josta und Hermine samt dem vierköpfigen Nachwuchs zur Verfügung. Borgelt informierte die Schüler fachgerecht über ihre neuen »Mitbewohner«. Das Leineschaf ist eine alte, robuste Rasse. Alte Rassen wie das Leineschaf sind anspruchslos und somit ideale Partner bei der Offenhaltung und Pflege der Kulturlandschaft. Durch Tritt und selektiven Verbiss trägt das Schaf, wie kein anderes Tier dazu bei, dass sich ökologisch besonders wertvolle Pflanzengesellschaften bilden.

20130508 Schafe EM 2Der heutige Bestand an Herdbuchtieren gilt als extrem aussterbungsgefährdet. Borgelt hat 50 Muttertiere im Zuchtregister und möchte mit seiner Zucht dazu beitragen, diese Rasse zu erhalten.
Die vorerst an die PGS ausgeliehenen sechs Schafe wurden im Beisein der Schüler entwurmt, bevor es auf die Weide ging. Mit Ernährungs- und Verhaltenstipps entließ der Züchter die Tiere. Er freute sich, dass das Weidegelände so »hervorragend« für die Tiere hergerichtet worden war. »Ruhig und gelassen«, riet er, sollten die Schüler mit den Tieren umgehen. Und er hatte eine Aufgabe für die Schüler: Namen für die vier Jungtiere zu finden.
Zunächst bleiben die Schafe bis zu den Sommerferien auf dem PGS-Gelände. Ziel sei aber, dass sie langfristig das Schulleben bereichern und sich aus den AGs eine Kerngruppe herausschält, die sich um das Wohlergehen der Tiere kümmert. Dass man mit Werner Borgelt einen Partner gefunden habe, der Erfahrung habe, freute Wittkugel besonders. Borgelt versprach, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Einbecker Morgenpost
Fotos: Stöckemann
8./9. Mai 2013

 

 

 

Am Bierberg / Pflanztage des sechsten und achten Jahrgang der PGS / Nachhaltiges Projekt / Vielfältiges Untersuchungen

 20130430 Planztage
Schüler des achten Jahrgangs pflanzten Rotbuchen und Traubeneichen.

Unter dem Motto »Unser Schulwald soll wachsen« pflanzten jetzt der sechste und der achte Jahrgang der Paul-Gerhardt-Schule Rotbuchen und Traubeneichen auf ihrem Schulwald-Gelände am Bierberg.

Dassel (sts). Seit 2010 nimmt die Schule an dem Schulwaldprojekt der Stiftung »Zukunft Wald« teil. Nach den Einzäungsarbeiten des Areals wurden im vergangenen Jahr rund 1.000 neue Bäume in Reihen gepflanzt. Die Elsbeeren seien gut angegangen, berichtete Dagmar Schmidt von der Paul-Gerhardt-Schule. Begleitet wird die Arbeit im Schulwald von der Projektgruppe Schulgarten und den Jugendnaturschutzberatern.
An zwei Pflanztagen setzten die Sechst- und Achtklässler nun Rotbuchen und Traubeneichen. »Schön tief«, leitete Franz Hüsing, Direktor der Stiftung »Zukunft Wald«, die Schüler an.
Die Bäume wurden jetzt gruppiert gesetzt, denn so bilde sich in dieser Gruppe das typische Waldklima. Der Schulwald bietet sich an für naturwissenschaftliche Untersuchungen, freut sich Hüsing: Welche Tiere siedeln sich an, welche Pflanzen werden verdrängt, wie wirken sich Nässe- oder Trockenperioden auf das Ökosystem Wald aus, wie sieht die biologische Vielfalt aus - der Untersuchungsspielraum ist groß.
Das Projekt »Schulwälder gegen Klimawandel« stellt Hüsing unter das Motto »Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume«. Basierend auf dem Leitsatz »Global denken -lokal handeln« tragen die Projektbeteiligten mit den Aufforstungen aktiv zu der C02-Reduzierung bei und fördern gleichzeitig die biologische Artenvielfalt. Sie leisten damit einen scheinbar kleinen, dennoch sehr wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Und: Die Klimaschutzidee wird durch die landesweite Beteiligung von Schulen über Regionen hinaus weiter verbreitet.
Die Stiftung »Zukunft Wald« ist eine gemeinnützige Waldstiftung. Mit dem Schulwald-Projekt hat sich die Stiftung »Zukunft Wald« den Klima-und Umweltschutz auf ihre Fahnen geschrieben. Mittlerweile 35 Schulen - die Paul-Gerhardt-Schule war die erste - mit rund 15.000 Schülern und 28 Schulwaldstandorten machen mit. Wie Hüsing mitteilte, hat Christian Meyer, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen, die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Die Deutsche Unesco-Kommission hat die Stiftung der Niedersächsischen Landesforsten mit ihrem Projekt »Schulwälder gegen den Klimawandel« als Projekt der UN-Dekade. »Bildung für nachhaltige Entwicklung« ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

 20130430 Planztage 1060
Franz Hüsing (rechts), Direktor der Stiftung »Zukunft Wald«, freute sich, dass die Paul-Gerhardt-Schüler ihren Wald am Bierberg pflanzen. Mit den Schulwäldern hat die Stiftung ein nachhaltiges Projekt angeschoben.
Fotos: Stöckemann

30. April 2013
Einbecker Morgenpost